Glauchau, 15. Mai 2009

Hannelore Hoger liest Märchen von Oscar Wilde

Kultureller Höhepunkt anläßlich des 110. Geburtstages der Öffentlichen Bibliothek Glauchau
Am Freitag, 15. Mai 2009, kamen zahlreiche Besucher in den Konzertsaal des Schlosses Forderglauchau, um eine der vielseitigsten und erfolgreichsten deutschen Schauspielerinnen live zu erleben. Hannelore Hoger, vielen sicherlich bekannt als „Tatort-Kommissarin“ Bella Block, aber zugleich auch eine namhafte Rezitatorin, las anlässlich der Feierlichkeiten zum 110. Bibliotheksjubiläum „Märchen von Oscar Wilde“, die zu den schönsten Kunstmärchen in der Welt gehören.

Hannelore Hoger

Für die passende musikalische Umrahmung sorgte der Pianist Siegfried Gerlich, Klavierbegleiter auch von anderen bedeutenden Künstlern wie z.B. Eva-Maria und Nina Hagen, mit Werken von Frédéric Chopin, Claude Debussy und Robert Schumann.

Bevor Hannelore Hoger mit ihrer Lesung begann, versäumte sie nicht, den Abend ihrer am selben Tag unerwartet verstorbenen Schauspieler-Kollegin Monica Bleibtreu zu widmen.

Drei romantisch-melancholische Märchen von dem irischstämmigen Schriftsteller Oscar Wilde hatte sich die mit vielen Preisen ausgezeichnete Schauspielerin ausgesucht. Den Auftakt machte das nachdenklich stimmende Märchen „Der Geburtstag der Infantin“, in dem ein hässlich verunstalteter Zwerg an im wahrsten Sinne des Wortes gebrochenem Herzen stirbt, nachdem er erkennt, dass die Infantin ihn nicht liebt sondern nur verspottet. Mit ihrer tiefen, ausdrucksstarken Stimme, mal sanft und leise, mal laut und eindringlich, zog Hannelore Hoger das Publikum in ihren Bann. Eine Stecknadel hätte man zu Boden fallen hören, als die Schauspielerin das traurig-romantische Märchen „Die Nachtigall und die Rose“, in der die Nachtigall für letztendlich verschmähte Liebe ihr Leben lässt, vortrug. Den Abschluss bildete der ebenfalls glänzende Vortrag des Märchens „Der eigensüchtige Riese“, in dem der Riese erkennen muss, dass Egoismus nicht der Schlüssel zum Glück ist, sondern einsam werden lässt.

Am Ende der Lesung gab es vom begeisterten Publikum viel Beifall für die lebendige und ausdrucksstarke Rezitation der Künstlerin und ebenso für die musikalischen Darbietungen.

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